Samstag, 10. April 2004
Neues vom Saturn
Wirbelstürme
verschmelzen
Zwei Wirbelstürme von je 1.000 Kilometern
Durchmesser sind auf dem Planeten Saturn zu einem riesigen verschmolzen. Der
nördliche Sturm sei mit 40 Kilometern pro Stunde rund doppelt so schnell
vorangekommen wie der südliche, berichtete die US-Raumfahrtbehörde NASA.
Sie hätten sich zunächst beide in westliche Richtung bewegt, wie zwei Autos auf
einer Autobahn einander angenähert und schließlich entgegen dem Uhrzeigersinn
ineinander verwirbelt. Die Forscher hatten die Stürme rund einen Monat lang mit
Hilfe der Raumsonde Cassini beobachtet, die in drei Monaten in die Umlaufbahn
des Planeten einschwenken soll.
Ein solches Phänomen auf dem Saturn ist laut NASA erst zum zweiten Mal entdeckt
worden. Das erste Mal habe die Sonde Voyager 1981 Bilder darüber zur Erde
gefunkt. Auf der Erde dauerten Stürme etwa eine Woche an, erläuterte Andrew
Ingersoll, Professor am California Institute of Technology in Pasadena und
Mitglied des Cassini-Teams.
"Auf dem Saturn und anderen Riesenplaneten dauern Stürme Monate, Jahre oder
sogar Jahrhunderte und anstatt einfach zu verschwinden, enden viele Stürme auf
den Riesenplaneten in einer Verschmelzung." Wie sie entstehen, sei dagegen nach
wie vor unklar.
Der Saturn hat einen rund zehn Mal so großen Durchmesser wie die Erde und
besitzt die etwa hundertfache Masse.
Am rötlich gefärbten Areal des Planeten kann man das Gebiet wo die Wirbelstürme
verschmelzen.
