Saturn: Saturnringe

Seit ihrer Entdeckung in der Mitte des 17. Jahrhunderts gehörten die Ringe des Saturn zu den größten Rätseln des Sonnensystems. 1980/81 wurden sie von den Raumsonden Voyager 1 und 2 in ungeahnten Details photographiert. Damit kamen allerdings neue Fragen auf. Bereits seit dem ende des 19. Jahrhunderts war bekannt, dass die Ringe aus meteoritischem Material bestehen, aus unzählbaren kleinen Partikeln von Staubkörnern bis zu großen Dekameter- Blöcken. Die Zusammensetzung dieses Materials kennen wir nicht, wir wissen jedoch, dass sicher Wassereis stark vertreten ist. Ein Rätsel bleibt der Ursprung der Ringe. Sie könnten in ihrer heutigen Form entstanden sein oder sich durch den Zerfall eines ehemaligen Mondes gebildet haben.

Von der Erde aus kann man normalerweise die beiden hellsten Ringe beobachten, A-Ring und B-Ring, die von einem scheinbar leeren Zwischenraum getrennt sind - der Cassinischen Teilung. Der dünne, gleichsam transparente C-Ring, Crêpe-Ring genannt, ist nur durch ein größeres Fernrohr sichtbar. Der D-Ring reicht bis zum Planeten selbst und ist sehr dünn und durchsichtig. Nur von Raumsonden aus kann man den nur etwa 150 km breiten F-Ring beobachten. Er wird durch zwei kleine Monde in seiner derzeitigen Form gehalten: einer kreist am Innen-, der zweite am Außenrand des Rings, und beide "jagen" durch ihren Gravitationsfluss jene Teilchen in den Ring zurück, die die Tendenz aufweisen, ihn zu verlassen. Zum Saturnsystem gehört ferner der sehr dünne G-Ring (etwa 30.000 km vom F-Ring entfernt), und schließlich der E-Ring in Form einer ausgedehnten feinen Wolke um die Bahnen der Monde Enceladus und Tethys. Zu den interessanten Entdeckungen der Voyager- Sonden gehörte die Feststellung, dass die Hauptringe A, B und C aus einer Unmenge - vielleicht mehr als Hunderttausenden - schmalen konzentrischen Ringen bestehen. Die Ringe sehen daher etwa wie die Oberfläche einer Schallplatte aus. Es ist schwer, das Entstehen einer so feinen und komplizierten Struktur zu erklären.

Die Raumsonden vermittelten auch eine völlig neue Ansicht der unbeleuchteten Seite der Ringe. Am dunkelsten sieht der B-Ring aus, der am dichtesten ist und das wenigste Sonnenlicht durchlässt. Am hellsten strahlt die Cassinische Teilung sowie der C-Ring, der offensichtlich nur wenig Partikel enthält, aber dafür das Sonnenlicht sehr stark streut, wie dies von Eispartikeln zu erwarten war.

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